Geschichte

Der Anfang

Im Juni 1951 wurde der Flugsportverein Bad Windsheim im Gasthaus “Zum Hirschen” gegründet. Zum 1.Vorsitzenden wurde Karl Ruppert gewählt. Einige Monate nach der Gründung hat man sich entschlossen, ein Segelflugzeug zu bauen. Nach langem Überlegen entschied man sich für den Bau eines Schulgleiters “SG38”. Unter der Leitung von Ing. Karl Ruppert wurde in der Berufsschulbaracke die “SG38” gebaut.
Zum Heimatfest 1955 erfolgte im Rahmen einer Feierstunde auf dem Marktplatz die Flugzeugtaufe. Auf dem Flugplatz Katterbach bei Ansbach wurde das Flugzeug dann erstmals erprobt. Testpilot Erich Müller, Ansbach, war mit den Flugleistungen sehr zufrieden.

 

Erster Hallenbau

1956 bekam der Verein von der Stadt Bad Windsheim eine ausgediente Baracke geschenkt. Diese musste von den Mitgliedern am Galgenbuckweg wieder aufgebaut werden. Nach mühevoller Arbeit und unter Verlust eines Daumens war dieser erste Hallenbau nach einigen Monaten beendet.
Inzwischen hatte der seinerzeitige 1.Vorsitzende Heinz Huttenlocher sein Amt wegen einer schweren Erkrankung abgeben müssen. Zu seinem Nachfolger wurde Robert Hahn gewählt.

 

Doppelraab V

Ebenfalls im Jahr 1956 wurde dem Verein von Herrn Hans Schmotzer ein zweisitziges Segelflugzeug vom Typ “Doppelraab V” geschenkt. Dieses Flugzeug war bis 1972 das Schulflugzeug des Vereins.

 

Erste Lizenzen

Zur gleichen Zeit galt es, die ersten Flugscheine nach Aufhebung des alliierten Flugverbotes zu erwerben.
Die Mitglieder Hauser und Hahn besuchten die Flugschule in Greding/Mfr. Neben der Flugscheinerneuerung wurden hier auch die ersten Windenfahrer-Prüfungen abgelegt. Nachdem Personal und Fluggerät vorhanden war wollte man ja schließlich auch fliegen!
Da der Verein kein eigenes Gelände besaß musste anfangs viel auf fremden Plätzen umhergereist werden. Es waren insbesondere die Ansbacher Kameraden, die sich damals um uns bemühten.
Einige Sonntage konnte in Verbindung mit den Neustädter Kameraden auf dem Militärflugplatz Illesheim geflogen werden. Die Freude dauerte allerdings nicht lange, da wir auch dort wieder das Feld räumen mussten.
Nun ging es auf die Suche nach einem passenden Segelfluggelände.

 

Im “Gründlein”

Nach langem Suchen wurde zwischen Külsheim und Erkenbrechtshofen ein für unsere Zwecke geeignetes Gelände entdeckt. Nach Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern wurde uns das Gelände pachtweise zur Verfügung gestellt und als Segelfluggelände zugelassen.
Was noch fehlte war eine Schleppwinde. Der, in der Zwischenzeit zum Ehrenmitglied ernannte, unvergessliche
Dr. h. c. Hans Schmotzer, beschaffte auch diese dem Verein. Es handelte sich um eine Pfeiffer-Schleppwinde.
Damit waren alle Voraussetzungen für die Aufnahme des Flugbetriebs geschaffen.

Als Fluglehrer stellte sich der ehemalige Leiter der Flugschule Greding, Adi Conrad aus Nürnberg, zur Verfügung. Weitere Fluglehrer waren Erich Gegner, Neustadt/Aisch, und Hans Schamberger, Langenzenn.
1958 wurde der “Leistungseinsitzer” L-Spatz 55 erworben und 1960 der Doppelsitzer Ka-7, der auch heute noch als Schuldoppelsitzer dient.
Beide Flugzeuge wurden wieder von Hans Schmotzer finanziert.

 

Fliegerei in Illesheim

Aus technischen Gründen musste das Fluggelände “Im Gründlein” wieder aufgegeben werden.

Inzwischen hatten die jahrelangen Verhandlungen wegen einer Mitbenutzung des Militärflugplatzes Illesheim zu einem positiven Ergebnis geführt. Im September 1959 konnte erstmals in Illesheim geflogen werden. Gestattet war der Betrieb nur am Samstag ab 12.00 Uhr, sowie an Sonn- und Feiertagen. Das gesamte Gerät musste morgens aufgebaut und abends wieder abgebaut werden. Mit den Amerikanern haben wir uns gut verstanden und viele Soldaten haben bei uns das Segelfliegen erlernt. In den 16 Jahren Fliegerei in Illesheim wurde auch unzähligen Amerikanern unsere fränkische Heimat von oben gezeigt.

Im Jahre 1960 und 1962 haben der damalige Vorsitzende R.Hahn und Richard Hauser ihre Lehrberechtigung erworben, so dass der Verein nun ganz unabhängig von anderen Personen wurde. Ebenfalls im Jahre 1960 wurde unter Leitung des Fachmannes und Ehrenmitglieds Georg Huthöfer ein neue Schleppwinde, System Backnang, gebaut.
Wenn wir auch auf dem Militärflugplatz Illesheim unserem Flugsport nachgehen konnten, so war der Verein in seiner Entwicklung doch stark gehemmt, da keine Zuschauer oder am Flugsport Interessierte das Gelände betreten durften. Deshalb wurde schon längere Zeit versucht, einen eigenen Flugplatz zu erschließen.

 

Beginn am “Wiebelsheimer Berg”

Es gelang dem Verein, den damaligen Stadtrat und insbesondere den 1.Bürgermeister B.Bickert davon zu überzeugen, dass Bad Windsheim einen Flugplatz benötigt. So wurden fast alle Beschlüsse, die den Flugplatz betrafen, einstimmig gefasst.
Nachdem das Gutachten des Luftfahrtsachverständigen überaus positiv ausfiel, wurde die Genehmigung zur Anlage des Flugplatzes von der Regierung erteilt.
Im Herbst 1972 konnten die Grundstücksverhandlungen aufgenommen werden. Der 1.Vorsitzende R.Hahn und der Referent für Grundstücksangelegenheiten der Stadt Bad Windsheim, Erich Rother, waren viele Abende unterwegs, um die Grundstücksgeschäfte vorzubereiten.
Nachdem im Herbst rund 3/4 aller Grundstücke in städtischen Besitz waren, wurde bereits mit den Erdarbeiten auf dem künftigen Flugplatz begonnen.
Viele tausend Kubikmeter Erde mussten auf der Ost- und Westseite des Geländes angefahren werden, um die erforderliche Breite zu erreichen. Im Spätherbst 1973 wurden dann ca. 75000m² planiert und eingesät. Dabei hatten uns eine US-Einheit mit einer großen Raupe und ein Planiergerät des Landkreises sehr geholfen.
Nun ging es an die Planung für eine Flugzeughalle mit Kontrollturm.

 

Bau der Halle, der Werkstatt und des Kontrollturms

Nachdem die Stadt auch den Rest des erforderlichen Geländes im Besitz hatte, konnte mit dem Bau der Betriebseinrichtungen begonnen werden.
Die Pläne und die Statik für die große Halle stellten uns die Kameraden aus Neustadt/Aisch zur Verfügung.
Als dann die Finanzierung in etwa gesichert war, begann im Mai 1974 der Bau von Flugzeughalle, Tower und Werkstatt. In über 11000 freiwilligen Arbeitsstunden haben die Mitglieder des Vereins diesen herrlichen Flugplatz erstellt, auf dem wir auch heute noch fliegen. Im Jahre 1974 wurde täglich von 17.00 bis 21.00 Uhr und an den Samstagen von 7.00 bis 18.00 Uhr gearbeitet.
Am 18.8.1976 wurde der Platz und seine Anlagen durch die Regierung von Mittelfranken, Luftamt Nordbayern, geprüft und die Flugbetriebserlaubnis erteilt. Damit war ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte erreicht. Am 25./26.9.1976 fand dann die große Flugplatzeinweihung mit Flugtag und der Taufe unseres neuen Motorseglers SF-25 B statt.

Im Jahr 1987 verkauften wir unsere Ka6CR und kauften eine ASK21, die auch heute noch im Einsatz ist.
Im gleichen Jahr übernahm der momentan amtierende 1.Vorsitzende Werner Denzler das Amt von Robert Hahn.

Ab 1988 kamen dann die ersten sportlichen Erfolge. In der DMSt Clubklasse-Mannschaftskonkurrenz wurde die windsheimer Mannschaft im Jahr 1988 zweite in Deutschland und erste in Bayern, 1989 dann zweite in Deutschland und dritte in Bayern. 1991 war dann das große Jahr. Die Clubklasse-Mannschaft wurde ebenso wie Edgar Hauser in der Clubklasse-Einzelwertung bayerischer und deutscher Meister.

1994 wurde eine neue Halle für Winde, Fahrzeuge und Hänger errichtet. Im darauffolgenden Jahr wurde der Jeans-Astir verkauft und eine ASW19 gekauft.
1996 baute der Verein dann sein neues Clubheim, 1998 haben wir unsere SF-25 B verkauft und uns dafür eine HK36 zugelegt.

Auch sportlich gab es wieder mehr Erfolge. Manfred Endres belegte 1999 in der DMSt-18m-Klasse Einzelwertung den siebten Platz in Deutschland und Platz zwei in Bayern. 2002 wurde unsere 18m-Mannschaft (Wolfgang Endres, Hans Fähnlein, Manfred Endres) deutschlandweit Sechster, in Bayern holten sie sogar den Sieg. Edgar Hauser wurde im gleichen Jahr deutschlandweit Zehnter in der Clubklasse und F ünfter in Bayern sowie 2004 Zehnter in Bayern.

In den vergangenen Jahren stand dann eine modernisierung und Aufstockung des Flugzeugparks auf dem Programm. So haben wir im Winter 2004 unseren Std.Cirrus durch eine LS4 ersetzt und im Herbst 2007 zusätzlich eine wunderschöne ASW20 erworben.

2009 haben wir uns dazu entschlossen, unsere Ka-7 zu verkaufen, da sich kein Pilot mehr für sie fand und sie die meiste Zeit in der Halle stand. Wir haben sie in gute Hände abgegeben, denn nun absolviert sie regelmäßig sogar Überlandflüge.