Mittwoch, Mai 22, 2024
Aktuelles

Eine neue Generation von Fluglehrern in Bad Windsheim

Zwei neue Fluglehrer in Bad Windsheim.

Es war ein langer Weg, doch nun hat der Flugsportverein Bad Windsheim eine neue Generation von Fluglehrern. Felix Fiedler und Russell Lashley haben ihre Prüfungen am Donnerstag den 08.10 erfolgreich abgelegt. Lange war ungewiss ob es dieses Jahr durch Corona überhaupt noch möglich ist.

Theorielehrgang

Los ging es im Herbst 2019. Dort mussten beide gegenüber ihren Fluglehren und Gruppenfluglehrern die nötige fliegerische Kompetenz beweisen. ( Ein Gruppenfluglehrer entspricht einem Fluglehrer mit erweiterten Rechten, darf z.B. bestimmt Prüfungen abnehmen und Segelfluglehrer ausbilden). Im November dann auch die theoretische in Form von jeweils einer Prüfung pro Segelflug relevantem Fach.
Nach dieser Hürde durften beide Segelfluglehreranwärter im Januar eine Woche lang mit zehn anderen Anwärtern auf der Sportschule Unterhaching die Theorie vertiefen. In den neun Fächern: Luftrecht, Menschliches Leistungsvermögen, Meteorologie, Kommunikation (=Flugfunk), Grundlagen des Fliegens, Betriebsverfahren, Flugleistung und Flugplanung, allgemeine Luftfahrzeugkunde und Navigation wurde ein hohes Niveau abgefragt. Trotz des Noroviruses, welcher am Ende der Woche in der Sportschule umging und auch einige Anwärter erwischte, schafften alle ihre Prüfungen.

Norovirus und Corona

Die Lehrerausbilder des Luftsportverbandes Bayern (LVB) vermittelten auch schon erste Pädagogikinhalte. Da zur Abschlussprüfung eines Segelfluglehrers eine Lehrprobe dazugehört, war zu dem Zeitpunkt der weiter Plan die Ausarbeitung der Lehrprobe bis Pfingsten. Dort dann die Restlichen Pädagogik und Methodik Unterrichtseinheiten und anschließend die Praxis – alles innerhalb von zwei Wochen.
Doch leider blieb Noro nicht das einzige Virus im Jahr 2020…
Durch Corona musste der weitere Lehrgang vorerst abgesagt werden.

Lehrgang fand doch noch statt

Nach langer Zeit Ungewissheit beschloss der LVB den Lehrgang dieses Jahr noch zuende zu führen. Im September wurde an einem Wochenende Flugplatz Dachau-Gröbenried der Methodik und Pädagogikteil gehalten. Inhalte davon waren unteranderem das pädagogisch richtige Auftreten vor dem Schüler, das methodische Vermitteln von Inhalten, die verschiedenen Ausbildungsabschnitte und eine Generalprobe der Lehrprobe.

Praktischer Teil

Die Drei Ausbildungsflugzeuge: (von links nach rechts) Duo Discus, ASK 13 und ASK 21

Zwei Wochen später ging es auf den Praxislehrgang. Beim LSC Forchheim in Dobenreuth musste jeder Anwärter 20 Flüge absolvieren. Am ersten Tag ging es darum dass die Fluglehreranwärter sich an den Platz und an die Flugzeuge gewöhnen. Außerdem machten sich die Ausbilder ein Bild von den Fliegerischen Fähigkeiten der Anwärter. Aufgrund des Wetters wurde das Fliegen an dem Tag frühzeitig eingestellt. Aber in Erinnerung wird jedem die schöne Sicht aufs Walberla bleiben – Dank des starken Windes war Hangsegelflug möglich, und somit ein genauer Ausblick darauf.

Ungewisses Wetter

Duo Discus im F-Schlepp

Da auf den Wetterbericht kein Verlass war, wurde geflogen wann es ging.
Am zweiten Tag holten die Teilnehmer die fehlenden Starts vom Ersten wieder auf – Im Gegensatz zum Ersten aber an der Seilwinde statt im Flugzeugschlepp. Die Ausbilder achteten dabei nicht nur auf das fliegerische Können, sondern auch darauf wie gut die angehenden Fluglehrer Flugübungen ansprechen und durchführen. Ob sie dem Schüler zu viel oder zu wenig Freiraum geben, auf die Ordentliche Vor und Nachbesprechung des Fluges…
Auch am dirtten Tag lernten die Anwärter im Flug viel. Wieder im Flugzeugschlepp ging es bei den Flügen etwas höher damit mehr Zeit für die Methodik blieb. Dabei spielten die Ausbilder teilweise selbst Schüler und bauten beim Fliegen absichtlich Fehler ein. Diese mussten die Anwärter nicht nur erkennen, sondern auch den gespielten Schüler – je nach gespielten Ausbildungsabschnitt -dazu animieren den Fehler von selbst zu erkennen und zu korrigieren.
Am Dienstag erflogen die Lehreranwärte die letzten Übungen, was Wettertechnisch genau passte. Der Erste Regenschauer kam genau als das letzte Flugzeug in der Halle aufgeräumt war. Bei den letzten Flügen wurde nochmals alles geübt und verfeinert. Am fünften Tag wurden neue Gesetzesänderungen im Luftrecht besprochen.

Die Prüfung

Am Donnerstag wurden alle Prüfungen abgenommen. Jeder Anwärter musste drei Praktische Flüge absolvieren, eine Kompetenzbeurteilung bestehen und eine Lehrprobe halten. Am Ende des Tages gab es nur glückliche Gesichter – Alle haben bestanden.

frisch gebackene Segelfluglehrer + Ausbilder und Prüfer

Nun stehen dem Flugsportverein Bad Windsheim zwei weitere Lehrer zur Verfügung. Beide freuen sich darauf die Faszination des Fliegens weiter geben zu dürfen. Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung auf ein paar Wettertechnisch fliegbare Tage vor dem Saisonende damit beide noch etwas Schulen dürfen.
Beide schulen auch gerne Neueinsteiger!